GesternHeuteMorgen
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Lebensverhältnisse und Gewohnheiten der Menschen. Die Grundzüge der menschlichen Charaktere scheinen jedoch die verschiedenen Epochen zu überdauern. So besitzt jede Zeit ihre Herrscher und Mächtigen, auf der anderen Seite die Idealisten, die für das Gute und die Gerechtigkeit eintreten, sie kennt den Alltag der kleinen Leute und die Einsamkeit der Außenseiter und Ausgestoßenen.
„GesternHeute Morgen“ - so wie die Zeiten und Erinnerungen ineinander übergehen, beginnen die Figuren in diesem selbst geschriebenen Stück der Schattenspringer im Mittelalter, um über die allmählich einsetzende Neuzeit in die Aufklärung und das Industriezeitalter einzutreten. Sie erleben die Zeit des Nationalsozialismus mit den Szenenabschnitten „Verbotene Musik“ und „Angst vor Verlegung“, letzteren als – für viele Menschen mit einer Behinderung - Vorstufe zur so genannten „Euthanasie“. Die Gegenwart ist durch die Überwindung der Berliner Mauer, aber auch die Angst vor zu großer Zuwanderung vertreten, und unter anderem die Finanzkrise führt in eine auch ungewisse Zukunft.
„GesternHeuteMorgen“ möchte kein Geschichtsbuch zum Nachschlagen und Durchblättern sein, sondern ein Bilderreigen, der in die Tiefe menschlicher Begegnungen und Schicksale gehen, berühren und auch verzaubern möchte. In den durch Improvisationen selbst entwickelten Szenen spiegelt sich die Vielfalt der Schattenspringer als einer inklusiven bzw. inklusiven Theatergruppe wider.
Die FeudalherrscherInnen tanzen ungerührt im Lichterglanz, während draußen Bettler und Kranke verkommen, eine Nonne gibt im Klostergarten ihren Gefühlen nach, um Glück und Enttäuschung fast in einem Atemzug zu erleben. Ein Tanz verleiht der Trauer um die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Ausdruck, und aus den Trümmern dieser Zeit bricht ein neues weibliches Selbstbewusstsein hervor. Eine Verkäuferin überzeugt ihr Dorf von der Unmenschlichkeit einer bevorstehenden Abschiebung – die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Zentren der Macht werden ebenso bespielt wie die Randzonen der menschlichen Gesellschaft, und wenn es eine einheitliche Botschaft gibt, dann die bleibende Notwendigkeit eines Ringens um das wahrhaft Menschliche.
Dauer: 100 Minuten, zzgl. Pause
Alle Rechte bei: Die Schattenspringer
Reaktionen
Badische Zeitung
"Es beginnt ganz mittelalterlich: …wie ein pittoreskes Tableau Vivant, so unterschiedlich und ausdrucksstark sind hier die Akteure… Mit manch Sehgewohnheiten wird hier gebrochen, im besten Falle entwickeln sich spannende experimentelle und performative Formen."
(12.03.2010)
Zuschauer*innen
„Vielen Dank für den guten-interessanten-unterhaltsamen-bewundernswerten-ernsten u. spaßigen und vor allem berührenden Theaterabend.“
„Das ist ja außerordentlich ausdrucksstark. Einfach faszinierend.“
„Bin sehr berührt zu Tränen, zu Lachen, zu Schauer…so sollte Theater doch sein!! Wunderbare schauspielerische Leistungen!“



